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Allgemeines zur Toxikologie der Fische

Weiterhin bekannt wurden Kugelfische vor allem wegen ihres Rufes als besonders giftige Fische. Tatsächlich ist Tetrodotoxin (bei Meerwassserarten) bzw. Saxitoxin (bei Süßwasserarten) hochgiftig und macht daher einige Kugelfischarten mit zu den giftigsten Tieren der Welt. Das Gift wird nicht von den Tieren selber hergestellt, sondern durch das massenweise Fressen von bestimmten Algen, welche bestimmte Bakterien enthalten, die dieses Gift in kleinen Mengen herstellen, im Körper angehäuft. Daher sind soweit wir wissen auch nur bestimmte Arten welche diese Algen fressen giftig, andere wiederum nicht. Es scheint auch saisonal unterschiede in der Giftkonzentration zu geben. Nur wenig ist über die Giftigkeit der vielen verschiedenen Arten bekannt und "ausprobieren" sollte man in diesem Falle nichts!

Das Gift wirkt nur, wenn es oral aufgenommen, also gegessen wird. Es wirkt nicht sehr schnell sondern oft erst Stunden nachdem man es zu sich genommen hat, allerdings ist es bei den ersten Vergiftungserscheinungen (und oft auch schon früher) zu spät, da es kein Serum, also kein Gegengift wie z.B. bei Schlangenbissen gibt. Ist das Tetrodotoxin erst in einer bestimmten Menge in die Blutbahn gekommen, stirbt man in fast allen Fällen eines qualvollen Todes. Das Gift lähmt die Muskeln, macht einen bewegungsunfähig und lässt schließlich auch den Herzmuskel stillstehen. Die einzige bekannt Art, sich vor einer tödlichen Vergiftung mit Tetrodotoxin zu retten ist es daher, den verspeisten Fisch so schnell wie möglich wieder auszuwürgen, um kein Gift verdauen zu können. Sauerstoffbehandlungen sollen in einigen Fällen auch geholfen haben.

Trotz der bekannten Giftigkeit dieser Fische sterben jedes Jahr viele Japaner, bei denen Kugelfische als Delikatesse gelten, an Kugelfischgift. Besonders beliebt sind einige große und besonders giftige Arten der Gattung Takifugu, welche in China und Japan in riesigen Teichen gezüchtet werden.

 

Bild: Takifugu spec. im Restaurantbecken

Spezielle Köche mit einer Jahrelangen Zusatzausbildung stellen aus diesen Arten Fischgerichte her, indem sie besonders giftige innere Organe aus den Fischen entfernen, ohne sie so zu verletzen, dass Gift in das Fleisch auslaufen kann. Besonders beliebt ist Kugelfischfleisch anscheinend deshalb, weil das in kleinen Mengen immer auch im Fleisch vorkommende Gift eine berauschende Wirkung hat. Zudem ist Kugelfischessen als eine Art Nervenkitzel beliebt und es sollen sogar hochdotierte Wetten auf das eigene Leben abgeschlossen werden. Daneben ist Kugelfischfleisch auch aufgrund seiner komplizierten Zubereitung sehr teuer und der Verzehr muss daher als eine Art Statussymbol herhalten. Die Todesfälle wegen Kugelfischvergiftung jedes Jahr kommen von unsachgemäßer Zubereitung der Fische, teilweise in illegalen Restaurants.

 

Bild: Werbetafel für ein Kugelfischrestaurant in Japan

 

 

Bild: Takifugu spec. zur freien Auswahl in einem Kugelfischrestaurant

Es gibt Hinweise darauf, dass das Gift mit der Zeit abgebaut wird, also wahrscheinlich nur bei frischen Wildfängen vorkommt.

Es kursieren zwar seit langem Gerüchte, dass Kugelfische z.B. bei Bedrohung ihr Gift ins Wasser ablassen, um sich zu verteidigen, doch scheint es keine Untersuchungen oder andere Beweise dafür zu geben. Auch hiervon scheint also keine Gefahr auszugehen. Da Kugelfische auch Menschen nur über die orale Aufnahme vergiften können, bleibt für die Aquarianer und auch für Beckeninsassen kaum eine Gefahr. Außer:

1. Vorsicht bei der Vergesellschaftung mit frisch gefangenen, bekannterweise giftigen Kugelfischen mit großen Räubern: Frisst ein Fisch einen solchen Kugelfisch, wird er mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sehr schnell sterben.

2. Es ist verschiedentlich berichtet worden, dass gestorbene und im Aquarium verwesende Kugelfische ihr Gift ins Wasser ablassen. Zwar gibt es wenige Beweise dafür, doch scheint dies theoretisch möglich. Daher: Kadaver von frisch gefangenen, bekannterweise giftigen Arten sollten sofort aus dem Becken entfernt werden (was sich ja eigentlich auch für andere Fische versteht). Es könnte sein, dass sie das Wasser und somit ihre Beckeninsassen vergiften.

 

Bild: Der chemische Aufbau des Giftes Tetrodotoxin




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