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Allgemeine Haltungsbedingungen

Es gibt 187 bekannte Kugelfischarten weltweit im Meerwasser, Brackwasser und im Süßwasser. Die Haltungsbedingungen sind von Art zu Art natürlich oft sehr verschieden und daher können hier nur die allgemein gültigen genannt werden. Genaueres ist der Artenliste zu entnehmen, welche Besonderheiten der einzelnen Arten beschreibt, soweit uns bekannt. Auch auf allgemeine aquaristische Vorraussetzungen kann hier nicht eingegangen werden. Diese werden vorausgesetzt und es wird daher nur auf für Kugelfische spezielle Anforderungen eingegangen werden.

Es kann aber allgemein gesagt werden, dass Kugelfische insgesamt eher keine Anfängerfische sind, sondern besser in die Hände von fortgeschrittenen oder professionellen Aquarianern gehören. Die hohe Sterberate unter Kugelfischen scheint dies zu bestätigen.

Der größte Teil der Kugelfische lebt in den tropischen und subtropischen Meeren. Diese benötigen natürlich das ihrem Meer entsprechende Salzwasser. Die wenigen Brackwasserarten benötigen das ihrem Gebiet entsprechende Gemisch aus Süß- und Salzwasser. Doch auch die Süßwasserarten sind entwicklungsgeschichtlich sehr spät aus dem Meer ins Süßwasser gewanderte Tiere, was sie recht tolerant gegenüber etwas salzigerem Wasser macht und weswegen praktisch alle Süßwasserarten mindestens in mittelhartem, eher in hartem Wasser leben (umstritten ist dies lediglich bei zwei Arten: Colomesus asellus und Carinotetraodon travancoricus; diese beiden Fälle sind noch etwas umstritten und bleiben zu beweisen). Süßwasserkugelfische sind im Aquarium daher auch in eher hartem Wasser zu halten.

Kugelfische müssen in für den Rest der Aquaristik vielleicht eher ungewöhnlich großen Becken gehalten werden. Das liegt zum einen an ihrer (von Art zu Art allerdings sehr unterschiedlichen) Aggressivität gegenüber Artgenossen aber oft auch gegenüber artfremden Tieren, zum anderen an der Schwimmfreudigkeit vieler Arten. In kleinen Becken unter 100 Liter kann man daher nicht einmal die kleinsten Arten auch nur annähernd artgerecht halten.

Eine Besonderheit der Kugelfische sind ihre vier Zähne, die das auffälligste Merkmal der Familie sind. Diese Zähne wachsen, wie bei Nagetieren, ständig nach, um dem starken Verschleiß durch die sehr harte Nahrung standzuhalten. Wird ihnen eine solche Nahrung im Aquarium längerfristig verwehrt, verschließen die nachwachsenden Zähne mit der Zeit das Maul und der Fisch verhungert elendig.

Bild: Ein Colomesus asellus mit viel zu langen Zähnen. Nur noch eine Operation könnte einem solchen Tier das Leben retten

Einige Kugelfische haben ein Verhalten entwickelt, welches zusätzlich hilft, die Zähne kurz zu halten, nämlich das Beißen von harten Gegenständen wie z.B. Steine und Holz. Daher sollten diese Einrichtungsgegenstände in jedes Kugelfischaquarium gehören und zwar in Form von Wurzeln, Ästen und z.B. Schiefer im Süß- und Brackwasser und in Form von lebendem und totem Gestein im Meerwasser. Diese Gegenstände sollten möglichst viele Höhlen und Sichtbarierren bilden, um so auch dem oft sehr territorialen Verhalten der Kugelfische Rechnung zu tragen. Viele Kugelfische ziehen sich zudem mindestens zeitweise in solche Höhlen zurück, auch wenn keine Gefahr besteht. Wegen dieses Beißverhaltens ist bei der Einrichtung eines Kugelfischbeckens auch darauf zu achten, dass viele Arten Pflanzen und Blattalgen (einige Meerwasserarten fressen sie zudem) zerbeißen. Dies reicht von kleinen, in Blätter gestanzte Löcher, welche bei einigen Pflanzenarten schnell verheilen, bis zur völligen Zerstörung der Aquarienbepflanzung. Die Pflanzen müssen daher vorher sorgfältig ausgewählt und bei einigen Kugelfischarten wohl sogar ganz weggelassen werden. Bei Brackwasserarten kommt hier natürlich noch dazu, dass die Pflanzen extrem salztolerant sein müssen.

Einige Kugelfische neigen dazu, sich zeitweise im Sand einzugraben, sei es, um Beute aufzulauern, als Rückzug für die Nacht oder um zu ruhen. Diese Arten benötigen im Aquarum natürlich einen Sandboden.

 

Bild: Dieser Takifugu spec. ist gerade am Ruhen. Er benötigt wie viele andere Kugelfischarten im Aquarium Sand als Bodengrund

Schließlich ist noch zu erwähnen, dass alle uns bekannten Kugelfische extrem sauerstoffbedürftige Fische sind. Besonders gefährlich wird dieser Umstand, wenn Kugelfische sich überfressen. In diesem Fall können Kugelfische (oft über nacht, wenn der Sauerstoffgehalt im Aquarium sinkt) sogar ersticken. Dies ist wohl eine der häufigsten Todesursachen von Kugelfischen in der Aquarienhaltung. Daher sei eine sehr starke Sauerstoffversorgung für alle Kugelfischarten und zwar bei Tag und Nacht angeraten. Bewährt haben sich bei uns Diffusoren, die es für verschiedene Filtertypen im Handel gibt.




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